Marielle – Assistentin, Freundin, gute Seele

 Marielle - meine Assistentin

Marielle – Assistentin, Freundin und gute Seele

Heute möchte ich euch von einer meiner besten, vielleicht der besten Entscheidung in meiner Zeit als Fotograf berichten. Das engagieren einer Assistentin.

Es geht um eine junge Dame, die zwischenzeitlich zu einem festen Bestandteil meiner Fotografie, meiner Arbeitsweise und auch meines Lebens wurde. Auch wenn ich diese Zeilen wohl irgendwann bereuen werde, denn auf Grund ihrer Fähigkeiten denkt sie eh schon viel zu oft sie ist unersetzbar. Und nun, schwarz auf weiß in den unendlichen Weiten des Internets verewigt…ich habe ein Monster geschaffen *g*

So, für die, die mir nicht schon länger auf z.B. Facebook oder Instagram folgen ist Marielle wohl noch kein Begriff. Marielle hat noch einen Zweitnamen den ich aber irgendwie nicht aussprechen kann. Er müsste sich, glaube ich, Thérèse schreiben. Oder umgekehrt? Egal. Daraus resultiert auf jeden Fall die Abkürzung MT, mit der ich sie oft und gerne durch die Gegend scheuche.

Das Leben als meine Assistentin ist nicht immer ein Zuckerschlecken, aber das weiß ich selbst. Sie hat es sich raus gesucht und bisher hat sie es nicht bereut. Oder Zwerg, hast du?

Wie alles begann…

Falls ihr das hier lesen könnt, hat sie es nicht verneint bzw gelöscht.

Ihre große Schwester, Eva-Marlen, war eins meiner ersten Modelle. Die Fotografie steckte bei mir noch in den Kinderschuhen, es fing alles erst mal so gemütlich an. Bis Eva auf einmal kam und mir von ihrer Schwester, Marielle, berichtete. Damals süße 15 Jahre jung und auf der Suche nach einem Praktikum.
Im Rahmen des Schulprogramms hatte sie schon bei einem Fotografen im Bereich Fashion hereingeschnuppert und wollte nun noch schauen was es in dem Bereich noch so gibt. Ok, alles klar.

Marielle
Marielle – heute mal vor der Kamera

Feiertage sind Tage an denen Selbständige Zeit haben mit anderen Selbständigen zu arbeiten

Am Tag der Arbeit, passender geht´s ja kaum, durfte sie mich auf ein Business-Portrait in einer Gaststätte in Landau begleiten.
Erwartet habe ich grundsätzlich mal gar nichts – vielleicht war es deswegen so einfach für Marielle mich zu überraschen. Die redseligste war und ist sie heute noch nicht, aber dafür bin ich ja da. Und ja, ich rede wie ich schreibe. Viel.
Doch ohne viel Worte hat sie in kürzester Zeit kapiert was ich von ihr wollte, Blitze durch die Gegend geschoben und eingerichtet.
Ok, für nen fünfzehnjährigen Zwerg gar nicht mal übel. Im Gegenteil. Sie hat sich super geschlagen und ich hatte Blut geleckt. Nicht nur war es toll, jemanden durch die Gegend zu scheuchen, es war auch noch verdammt entlastend. Ich konnte mich immer mehr auf meine Arbeit und damit auf die Personen vor der Kamera konzentrieren. Marielle kümmerte sich im Hintergrund still und heimlich um das technische. Zwischenzeitlich, nach über 20 Hochzeiten die wir gemeinsam bestritten haben, reicht ein Blick und ein kurzes nickendes Verständnis kommt zurück.

Lieber Bräutigam, Marielle. Marielle, Bräutigam – und los geht´s!

MT bestreitet zwischenzeitlich bei mir als vollwertige Assistentin ganze Hochzeiten. Sie ist also die zweite Fotografin, die bei den großen Reportagen mit dabei ist.
Meist ist es so, dass sie sich um den Bräutigam beim Getting Ready kümmert, während ich die Reportage zeitgleich bei der Braut starte. Nun, seien wir ehrlich. Der Mann schläft erst mal noch ne Runde während die Braut schon nervös beim Friseur sitzt. Also hat sie definitiv zum Einstieg den leichteren Job. Aber ich gönn ihn dir, Marielle.

Mit ihrem wunderbaren Blick für Details hält sie schon morgens von den Ringen über den Blumenschmuck bis hin zum fertig machen des Bräutigams alles eigenständig fest. Wir treffen erst wieder in der Kirche oder dem Standesamt aufeinander. Oder beim First Look, den ich ja bereits in Teil I meiner Serie erläutert habe.

Komplett blind kann ich sie durch die Gegend schicken. Während ich am Anfang Angst hatte, dass ich vielleicht Momente der Hochzeit verpassen würde ist es nun genau das Gegenteil.
Ich kann beruhigt von meiner Stelle im Standesamt oder in der Kirche zusehen und nicht auffällig ein Foto der Szene machen. Weil ich genau weiß, und das weiß ich wirklich, Marielle hat es bereits im Kasten und das aus einem besseren Blickwinkel.

Vier Augen sehen mehr als zwei – und garantieren bessere Bilder

Zwischenzeitlich ist es leider auch so, dass ich selbst nicht mehr weiß, welche Bilder in der Reportage von mir sind und welche von ihr gemacht wurden. Da bin ich auch komplett Ego-befreit. Darin, ja! Wenn das Bild gut ist und es in die Reportage passt kommt es in die Reportage. Leider weiß der Zwerg immer, welche Bilder von ihr sind und reibt es mir dann unter die Nase. Am besten noch mit ner Prozentzahl die bis auf die dritte Stelle im Komma ausgerechnet wird. Wer hat hier noch mal das große Ego? 😉

Ihr seht also, ihr bucht nicht nur meine Leidenschaft für eure Hochzeit, ihr bucht Marielle direkt mit. Sie begleitet mich bei allen Reportagen ab 8 Stunden.